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Neue Formen der Vermittlung interkultureller Kompetenz für die Berufsfelder Polizei und Strafvollzug (VW-Projekt, 7/1999-3/2003)

Kurzbeschreibung

Laufzeit: 7/1999 - 3/2003

In diesem Forschungsprojekt untersuchte der Forschungsschwerpunkt die Möglichkeiten und Grenzen interkultureller Kompetenzentwicklung in Polizei und Strafvollzug. Durch

  • Entwicklung von speziell auf Polizei- und Justizvollzugsbeamte ausgerichtete Weiterbildungsangebote,
  • Entwicklung von darauf abgestimmten Methoden und Medien und
  • begleitende Maßnahmen zur interkulturellen Entwicklung der Organisation

wurden die Veränderungspotentiale dieser Institutionen ermittelt und Strategien der interkulturellen Kompetenzentwicklung mit den Mitarbeitern erprobt und ausgewertet.

Problemhintergrund

Belastende Kontaktsituationen zwischen multikultureller Klientel und Beamten:

Für Polizei und Strafvollzug stellen sich interkulturelle Probleme als meist unfreiwillige, durch besondere emotionale und psychische Stressfaktoren gekennzeichnete Situationen dar, in denen interkulturelle Missverständnisse und Konflikte von besonders weitreichender Bedeutung sind. Dies hängt mit der Ausübung der hoheitlichen Aufgaben und den daraus resultierenden existentiellen Konsequenzen zusammen. Massive Probleme können im Umgang mit anderen Kulturen insbesondere dann entstehen, wenn sich im Berufsalltag negative Deutungsmuster bezüglich einer Gruppe verdichten und stereotype Zuschreibungen einschleifen, die wiederum das Verhalten steuern. Zwischen bestimmten Gruppen kann sich durch wiederkehrende Schwierigkeiten in der Kommunikation, durch ständig fehlschlagende "Arbeitsbündnisse" (die trotz gegensätzlicher Interessenlagen notwendig sind) ein Konfliktverhältnis ausbilden, das sich im Wechsel von negativer Erwartung, Bestätigung und Reaktion immer weiter aufschaukelt.

Interkulturelle Öffnung als Anforderung für Polizei und Strafvollzug:

Die Gefahr der Entwicklung negativer Stereotypisierungen und Feindbilder sowie der Entstehung von eskalierender Ablehnungsdynamik zwischen Gruppen stellt für Institutionen mit einem staatlichen Macht- und Gewaltmonopol eine besondere Herausforderung dar. In der Fülle routinisierter Alltagssituationen stellen hoch konfliktreiche Situationen allerdings eher die Ausnahme dar. Speziell auf sie vorzubereiten, muss Aufgabe gesonderter Fortbildungsmaßnahmen für Arbeitsbereiche mit besonderer Problemdichte sein.

Jenseits solcher medienwirksam aufbereiteter Konflikte, durch die die gesamte Institution in der öffentlichen Diskussion unter Rassismusverdacht gerät, stehen Polizei und Strafvollzug vor der Aufgabe, ihren "normalen" multikulturell geprägten Arbeitsalltag professionell zu bewältigen. Um eine Vorstellung von dieser "Normalität" zu bekommen: die häufigste Kontaktsituation zwischen einem Polizeibeamten des so genannten Wach- und Wechseldienstes und Bürgern nicht-deutscher Herkunft ist immer noch die Verkehrskontrolle. Die Organisationen müssen sich also schlicht auf das veränderte multikulturell geprägte Handlungsfeld einstellen. Dies erfordert Lernprozesse auf der personalen und auf der organisationalen Ebene. Dazu zählen eine gezielte Personalauswahl und -förderung ebenso wie Veränderungen in der Organisationstruktur oder Entwicklung von Kooperationsformen mit relevanten Organisationen im Umfeld (z.B. Migrantenorganisationen).

Solche Veränderungen sind schwierig, weil

  • Institutionen wie Polizei und Strafvollzug aus strukturellen Gründen eher geringe Spielräume des Organisationslernens haben,
  • die geforderten "soft skills" in einer eher "harten" Organisationskultur auf Lernwiderstände stossen,
  • sie in einer Zeit durchgesetzt werden müssen, in der die Behörden ohnehin einem hohen Veränderungsdruck im Zuge allgemeiner Verwaltungsreformen ausgesetzt sind.