Kolloquium SS 11
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Zu den Vorträgen:
Den Auftakt macht in diesem Semester Prof. Dr. Tony Fang von der Stockholm University in Schweden, der sich in seinem Vortrag mit dem Titel „Chinese Business Communication“ mit der Rolle chinesischer Kommunikationsstile im wirtschaftlichen Kontext befasst und dabei auch insbesondere die Dynamik aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen mit einbezieht: Der Einfluss traditioneller konfuzianischer Werte auf die chinesische Kultur und Kommunikation ist nach wie vor prägend und nachhaltig. Gleichzeitig haben drei Jahrzehnte rasanten Wirtschaftswachstums und globaler Vernetzung zu einem Wandel des chinesischen Kommunikationsstils geführt. Tony Fang wird in seinem Vortrag die Entstehungsfaktoren für die Herausbildung eines neuen, durch Paradoxie geprägten chinesischen Kommunikationsstils erläutern und die Implikationen für ein erfolgreiches Kommunizieren mit Chinesen diskutieren.
Chinese Business Communication - Handout
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Der Vortrag von Prof. Dr. em. Gaitanides (Fachhochschule Frankfurt am Main) zielt hingegen auf ein sehr grundlegendes Thema in der interkulturellen Sozialen Arbeit: Die Ausbalancierung des “richtigen” Verhältnisses von “Distanz” und „Nähe“ ist ein zentrales Thema in sozialen Berufen. Erfahrungsgemäß verkompliziert sich die Problematik in interkulturellen Überschneidungssituationen – im Umgang mit der Klientel wie in der Zusammenarbeit im interkulturellen Team. Der einschlägige Professionalitätsdiskurs wird häufig von unterschiedlichen (sozio)- kulturellen Normalitätsdefinitionen von Distanz und Nähe überlagert. Hinzu kommen wechselseitige ethnisierende Zuschreibungen. Deutsche hätten Schwierigkeiten im Herstellen von Nähe und MigrantInnen mit der gebotenen professionellen Distanz. Dabei kann es zu einem “Kampf um Bedeutungen” kommen, der – wenn nicht reflektiert – kontraproduktive Polarisierungs- oder Rückzugstendenzen fördert und die Entfaltung der synergetischen Potentiale von Multiperspektivität verhindert. Diese Blockaden verhärten sich, wenn sie nicht durch systematische Selbstreflexionsprozesse des Teams bearbeitet werden. Prof. Dr. Gaitainides hat hierfür ein Reflektionsschema entwickelt, das er vorstellen und diskutieren wird.¶
Distanz und Nähe - Handout
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Der letzte Vortrag im Reigen von Dipl.-Päd. Sonja Preißing (FH Köln) bezieht sich auf ein Projekt, das im Rahmen der Kompetenzplattform entwickelt und durchgeführt worden ist: Nachdem im Januar 2008 im Stadtteil Kalk vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund über mehrere Tage gegen die gesellschaftspolitische Benachteiligung demonstrierten, wurde in dem Kooperationsprojekt (Universität zu Köln und Fachhochschule Köln) zum einen die Nachwirkungen der Proteste untersucht und zum anderen die Frage der zivilgesellschaftlichen Partizipation exemplarisch an dem Stadtteil Köln-Kalk und den Kalker Ereignissen im Januar 2008 aufgegriffen. Anhand dieses Projekts diskutiert die Referentin folgende weiterführende Fragen: Inwieweit können die Ereignisse vom Januar 2008 als eine „von unten“ entstandene Form zivilgesellschaftlicher Beteiligung im Stadtteil gedeutet werden? Welche nachhaltige (politische) Wirkungskraft kann den Ereignissen zugesprochen werden?¶¶
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